Die Qualität der Langsamkeit

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Das Faultier: Absoluter Meister der Langsamkeit und Bedächtigkeit

Schnelligkeit ist ein Zeichen unserer Zeit.

 

 

Viele Termine haben, in Zeitdruck sein ist In und eine Sache, über die sich viele Menschen definieren.

Aber tut es Ihnen auch gut?

Burnout, Erschöpfungssymptome nehmen zu, Lustlosigkeit und innere Kündigung im Job lernen auch viele zumindest einmal in ihrem Leben kennen.

Oft sind es dann die Feiertage (oder der Urlaub) auf die viele hinhoffen und hohe Erwartungen von Ruhe, Familienleben und Gemeinsamkeit daran knüpfen.  

Und das  kennen die meisten von uns:  Viele Menschen werden im Urlaub erst einmal krank. Dieses Phänomen hat sogar einen Namen: Leisure Sickness!

 

Es gibt interessante Studien darüber, die aussagen, das gerade Menschen, die im Job viel Stress haben und große Verantwortung tragen dazu neigen, im Urlaub krank zu werden. Zurück geführt wird dies auf unbewußte Schuldgefühle und biochemische Prozesse im Körper (vor allem der Cortisolspiegel ist hier ein wichtiger Faktor) . Der Körper ist tagtäglich so unter Spannung, das er erstmal gar nicht mehr so schnell runterfahren kann, wie wir es gerne hätten. Er ist eben keine Maschine !  

 

 

Die Qualität des Langsamen

 

Aus diesen Gründen ist es so wichtig, sich schon im Alltag Ruhepole und Anker zu schaffen bei denen Körper und Geist runter kommen und entspannen können. Dies wirkt sich dann auch auf die Zeiten aus, in denen man entspannen will, also Urlaub oder Feiertage. Der Körper und das Gehirn erinnern sich daran und es ist viel schneller möglich einen Zustand der Ruhe zu erreichen. Es geht auch darum, wieder zu lernen auf den Körper zu hören und herauszufinden, wie sich ein „Stopp - ich kann nicht mehr“ eigentlich anfühlt. Dafür stelle ich dir am Ende dieses Artikels eine Körperübung aus der prozessorientierten Psychologie vor.

 

Meditation und Entspannungsübungen wirken sich erwiesenermaßen positiv auf das Immunssystem und den Cortisolspiegel aus (neben vielen anderen tollen Wirkungen)  

 

Achtsamkeit und Langsamkeit im täglichen Leben kann dir helfen die Langsamkeit (wieder) zu entdecken und zu zelebrieren.

Zum Beispiel kannst du dir vornehmen jeden Tag eine Sache besonders bewußt und langsam zu machen (z.B. einen Apfel schälen oder die Haare waschen)

All dies kann zu mehr Lebensqualität führen und dir helfen, Stress abzubauen und ruhiger zu werden.

 

Wem es schwer fällt stillzusitzen, den/die möchte ich hier auf aktive Meditationen aufmerksam machen. Die Dynamische Meditation zum Beispiel führt von der Bewegung in die Ruhe hinein. Dies kann gerade Menschen helfen, die es nicht gewohnt sind, von sich aus ruhig werden zu können.

 

 

Ein interessanter Artikel zum Thema Langsamkeit und Entschleunigung gibt es hier in der Zeit (klick) 

 

Eine Übung um Deinen Körper besser spüren zu lernen

 

Zum Abschluß möchte ich Dir eine Übung aus der Prozessorientierten Pschologie vorstellen, mit der Du lernen kannst besser auf Deinen Körper zu hören.

 

Vorbereitungen

Setze dich ruhig hin, ohne Musik oder ähnliches. Sorge dafür, daß du für die Dauer der Übung ungestört bist. Also zum Beispiel: Telefon aus, Türklingel leise und Zimmertür zu.  Es kann auch helfen, den Kindern oder dem Partner Bescheid zu sagen, das dies jetzt eine Zeit nur für dich ist und du nicht gestört werden möchtest.

Wenn es Geräusche aus dem Außen gibt, lass sie dich nicht stören oder beunruhigen. Sag dir, es geht vorbei und ich bleibe ganz ruhig. Sich nicht stören zu lassen kann man üben und irgendwann kannst du vielleicht sogar in einen meditativen Zustand gelangen, wenn um Dich herum das Chaos tobt.

 

 

Beschreibung der Übung

 

Atme erst mal eine Zeit lang ohne Druck ein und aus; beruhige deinen Atem. Versuche, dich nur darauf zu konzentrieren.

 

Wenn du innerlich ruhiger geworden bist und du dich bereit fühlst, dann lenke Deine Aufmerksamkeit auf deinen Körper.

 

Wo spürst du dich, wo hast du ein besonderes Gefühl? Es kann sich hier z.B. um Kälte- oder Wärmegefühle handeln, um ein Ziehen oder einen kleinen Schmerz vom Sitzen oder auch ein Schweregefühl in einem bestimmten Bereich. Das ist ganz individuell - Schau einfach, was bei dir ist.

Wenn du etwas entdeckst, dann geh mit Deiner Aufmerksamkeit dorthin und begrüße dieses Gefühl. Du kannst dazu im Geist auch Worte formulieren: „ Ich begrüße Dich und ich sehe Dich. Du darfst sein. (hier kannst du auch Deine eigenen Worte einsetzen) „

 

Erlaube dem Körpergefühl  nun aktiv, sich auszubreiten und beobachte, was passiert, was für Veränderungen eintreten. Gehe einfach mit dem mit, was ist, bewerte es nicht, sondern beobachte es.

 

Wenn es genug ist (vielleicht ist das Gefühl vorübergezogen, vielleicht wird es dir an dieser Stelle zuviel) geh einfach weiter durch den Körper und begrüße liebevoll das , was Dir an Wahrnehmungen begegnet.

 

Hinweise:

Am Anfang ist es sinnvoll, die Zeit zu begrenzen: 5 Minuten reichen vollkommen.

Wenn du Schwierigkeiten hast, dich zu fokussieren und Deine Wahrnehmung im Körper hin- und herflitzt, kann es Dir helfen systematisch vorzugehen, also z.B. bei den Füssen anzufangen und bis nach oben zum Kopf zu gehen. Das Ziel ist aber irgendwann mit dem Empfinden des Körpers mitfließen zu können.

 

 

 

 

 

Wenn Du bei Dieser Körperübung Hilfe brauchst oder Unterstützung suchst, wie du weiter zur Ruhe kommen kannst, kontaktiere mich gerne.

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